Macbook Pro – die Hardware

Nun habe ich mein neues Macbook Pro (MBP) seit etwas mehr als einer Woche und ich denke, es ist an der Zeit über meine ersten Erfahrungen zu berichten. Der folgende Post soll auch weniger Review unter technischen Gesichtspunkten sein, sondern eher meine subjektiven Erfahrungen.

Aufgrund des Umfangs werde ich den Bericht in zwei Teilen veröffentlichen. Dieser erste Teil behandelt vor allem die Hardware des MBPs, während sich der zweite Teil mit dem Betriebssystem Mac OS X und der Software beschäftigen wird.

  1. Der Bildschirm
  2. Die Tastatur
  3. Trackpad
  4. Maus
  5. Weiteres zur Hardware

Der Bildschirm

Der Aufschrei als die neue Macbook-Serie (die Unibody-Macbooks) vorgestellt wurde war groß. Es gibt keine Option mehr für einen matten Bildschirm! Zudem erschienen die Bildschirme auf den Fotos im Internet als reinste Spiegel. Für mich wäre das fast der Grund gewesen zum Vorgängermodell des MBPs zu greifen.

Aber ich habe mich doch für die Unibody-Version entschieden und bin mit dieser Entscheidung noch immer zu frieden, obwohl ich bisher ein entschiedener Verfechter der matten Displays war. Tatsächlich hatte ich bisher mit Spiegelungen weit aus weniger Probleme als erwartet. Genauer gesagt eigentlich keine. Klar, manchmal waren leichte Spiegelungen auf dem Display zu erkennen, aber schon nach kurzen Arbeiten habe ich nicht mehr auf solche Spiegelungen geachtet.

Allerdings muss ich fairer Weise dazu sagen, in welchen Situationen ich das MBP verwendet habe. So habe ich an meinem Arbeitsplatz schon mal kein Fenster im Rücken, das spiegeln könnte. Die zweite Situation war im Uni-Hörsaal. Auch dort hatte ich keine Probleme, da die Beleuchtung in einem Winkel reflektiert wird, dass ich diese nicht sehe. Einmal hatte ich bereits an einem bewölkten Tag eine Fensterfront im Rücken. Da waren dann tatsächlich Spiegelungen auf dem Display, aber ich kann nicht sagen, dass sie mich sehr gestört haben. Das muss allerdings wohl jeder selber beurteilen.

Abzuwarten bleibt, wie das ganze an sonnigen Tagen aussieht. Die gab es bei mir in der letzten Woche leider nicht. 🙁

Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn es sich mit dem glossy Display draußen bei Sonnenschein besser arbeiten lässt als mit einem matten. Bei meinem alten Laptop hatte ich nämlich das Problem, dass das einfallende Sonnenlicht unter jedem zur Arbeit geeigneten Kippwinkel des Display über die gesamte Fläche von diesem gestreut wurde und man daher praktisch nichts mehr erkenn konnte. Ich gehe davon aus, dass das glossy Display aufgrund der glatten Oberfläche nicht streut und man womöglich sogar recht gut draußen Arbeiten kann, wenn einem die Sonne nicht gerade im Rücken steht.

Kommen wir so langsam zu ein paar anderen Eigenschaften des Displays: Die maximale Helligkeit ist deutlich heller als bei meinem alten Laptop. Dessen Bildschirm wirkt im Vergleich ziemlich düster. Wenn man draußen arbeiten möchte, ist eine hohe Bildschirmhelligkeit natürlich von Vorteil. Ein nettes Feature ist, dass Mac OS X die Helligkeit des Displays automatisch an die Umgebungshelligkeit anpassen kann.

Mein rein subjektiver Eindruck der Farben ist auch sehr gut. Leider fehlt mir das technische Equipment um dies Objektiv zu messen. Aber bei vielen glossy Displays erscheinen mit die Farben viel zu grell und übersättigt. Dies ist beim Display des MBP aus meiner Sicht nicht der Fall ohne das die Kontraste zu gering währen.

Letztendlich finde ich die Bildschärfe hervorragend. Das kann natürlich daran liegen, dass ich bisher nur matte Displays benutzt habe, welche technisch bedingt eine geringe Unschärfe haben. Nur war mir bisher nicht bewusst, dass man diesen Unterschied tatsächlich wahrnehmen kann.

Abschließend kann ich sagen, dass ein (gutes) glossy Display weit weniger schlimm ist als von mir befürchtet. Trotzdem würde ich es befürworten, wenn Apple wieder eine Option für matte Displays anbieten würde. Leider gibt es inzwischen praktisch keine Laptops mit Displays mehr. Der einzige Anbieter, der mir bekannt ist, der solche Displays noch im Angebot hat, ist Lenovo mit den Thinkpads.

Die Tastatur

Bewegen wir uns vom Bildschirm nach unten zur Tastatur. Das Tippgefühl finde ich &ndash insbesondere beim Zehn-Finger-Tippen  sehr angenehm. Dadurch das es sich um "Chiclet-Keys", also Tasten mit Zwischenraum, handelt, kann sich unter den Tasten auch nicht so viel Dreck ansammeln. Sehr praktisch finde ich auch die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur.

Leider fehlen der Tastatur die Tasten Entfernen, Pos1, Ende, Bild auf und Bild ab, die nomalerweise bei Laptops dieser Größe vorhanden sind. Doch auch dies hat sich als ein geringeres Problem herausgestellt als erwartet. Die Umgewöhnung statt dieser Tasten Tastenkombinationen wie fn+Backspace zum Entfernen zu drücken ging recht flott und finde es nicht sehr hinderlich noch eine Taste zusätzlich zu drücken. Genauso gut ging für mich die Umgewöhnung bei anderen Tastenkombinationen wie z.B. Cmd+S anstatt Ctrl+S zum Speicher, wobei die Cmd-Taste an der Stelle liegt, wo die Alt-Taste bei einer PC-Tastatur liegen würde.

Etwas unzufrieden war ich damit, dass die Taste rechts neben der Leertaste eine Cmd-Taste ist und die Alt-Taste erst eine Taste weiter rechts. Daher habe ich diese Tastenbelegung mit dem Programm KeyRemap4MacBook einfach vertauscht. Leider hat das Neubelegen der Auswurfstaste für das DVD-Laufwerk als Entf-Taste damit nicht geklappt.

Ein weiteres Ärgernis war, dass Sonderzeichen wie geschweifte oder eckige Klammer auf anderen Tasten als auf einer PC-Tastatur liegen. Zudem sind diese Zeichen nicht auf der Tastatur aufgedruckt. Aber auch da konnte ich Abhilfe schaffen, indem ich mir mit dem Programm Ukelele ein modifiziertes Tastaturlayout (Download hier) erstellt habe, wodurch ich wieder die gewohnte Belegung bei den Sonderzeichen habe.

Eine letzte Sache habe ich an meiner Tastenbelegung noch geändert und zwar ist die Caps-Lock-Taste in der heutigen Zeit weitestgehend überflüssig und selbst wenn ich mal etwas durchgängig in Großbuchstaben schreibe, denke ich oft nicht daran Caps-Lock zu benutzen. Daher habe ich mir diese Kurzerhand in eine Alt-Taste umgewandelt, was es mir vereinfacht manche Sonderzeichen einzugeben. Diese Neubelegung kann man sogar von Haus aus in den Mac OS X Systemeinstellungen vornehmen. Dort kann man an sich auch die Cmd-, Alt- und Ctrl-Tasten umbelegen. Allerdings nicht die rechte Cmd-Taste getrennt von dier linken. Da ich die Position der Linken durchaus praktisch fand, habe ich eben zu KeyRemap4MacBook gegriffen, wo dies auch einzeln geht.

Trackpad

Wandern wir nun noch weiter nach unten zum neuen Glass-Trackpad. Müsste ich es mit einem Wort beschreiben, würde ich sagen es ist grandios.

So hat es genau den richtigen Gleitreibungskoeffizienten. Ich hatte ja schon bei meinem alten Laptop kein ganz mickriges Trackpad, aber die Größe beim MBP ist einfach phantastisch! Teilweise frage ich mich wie manche Leute mit den Winzdinger in machen Notebooks arbeiten können. Aber man sieht auch oft Leute, die dann immer noch eine extra Maus mitschleppen. Dieses Bedürfnis verspüre ich beim MBP in keinster Weise.

Auch die Multitouch-Funktionalität ist super. So kann man, indem man zwei Finger benutzt, einfach in Fenstern scrollen. Sehr praktisch ist dabei auch, dass man schräg scrollen kann. Bei anderen Touchpads, wo ja meistens die Ränder als Scrollbereich fungieren, geht das nicht. Aber auch mit den vier Wege Mausrädern, die ich kenne, ist dies nicht möglich. Nimmt man drei Finger, so kann man dann Seitenweise blättern.

Sehr praktisch ist es auch mit vier Fingern den Desktop anzeigen oder Exposé aufrufen zu können. In bestimmten Programmen kann man dann wohl noch mit zwei Finger zoomen oder Bilder drehen. Auch ein nettes Feature, habe ich bisher aber kaum genutzt.

Doch jetzt kommt die größte Neuerung: Bislang wurden Mac-User von den Windows-User verspottet, da diese ja nur eine Maustaste haben. Aber anstatt klein beizugeben, schafft Apple die Taste beim Trackpad einfach ganz ab. Fast jedenfalls. Das ganze Trackpad ist jetzt die Taste! Hört sich erst seltsam an, funktioniert aber auch sehr gut. Man kann das Trackpad einfach so weiter benutzen, als ob man unten eine Taste hätte und klickt dort z.B. ganz normal mit dem Daumen wie man es früher auch gemacht hat. Aber es ist manchmal durchaus praktisch an beliebiger Stelle auf dem Trackpad klicken zu können. Wobei es genau genommen nur an fast jeder Stelle geht. Nach oben hin nimmt der Druckwiderstand zu und ganz oben, lässt es sich gar nicht mehr klicken.

Ich zumindest komme sehr gut mit dem Trackpad zurecht. Zu erwähnen wäre noch, dass man es so einstellen, kann, dass ein Klick unten rechts (oder nach belieben auch unten links) der rechten Maustaste entspricht. Damit lässt es sich dann wie ein zwei Tasten Trackpad bedienen! Weitere Möglichkeiten für einen Rechtsklick sind übrigens entweder mit zwei Finger auf dem Trackpad klicken oder beim Klicken die Ctrl-Taste zu drücken.

Ach ja, fast vergessen hätte ich noch, dass ich bei dem Trackpad keine Aussetzer feststellen konnte. Sollte eigentlich zwar eine Selbstverständlichkeit sein. Aber ich habe doch schon öfters Touchpads erlebt, wo sich der Zeiger dann sehr ruckelig bewegt hat.

Maus

Zum Macbook gehört zwar nun keine Maus, trotzdem muss ich etwas zum Verhalten der Maus unter Mac OS X sagen: Das Verhalten ist nämlich praktisch nicht ertragbar! Anstatt einer Zeigerbeschleunigung, die linear zur Bewegung der Maus ist, verhält sich die Zeigerbeschleunigung unter Mac OS X eher exponentiell. In der Praxis bedeutet das, dass sich der Zeiger erst nur ganz langsam bewegt, als ob man gegen einen Widerstand anarbeiten muss und wenn man die Maus dann daher etwas schneller bewegt springt der Mauszeiger auf einmal zur anderen Seite des Bildschirms.

Abhilfe schafft hier zum Glück ein Programm namens SteerMouse. Damit wird des Mausverhalten dann erträglich. Etwas ungewohnt ist es immer noch, aber vielleicht auch weil ich die Maussensitivität noch nicht optimal angepasst habe. In Foren wird anstatt SteerMouse übrigens oft iMouseFix oder USB Overdrive empfohlen. Ersteres hat bei mir keine Abhilfe gebracht, letzteres hat zwar zu einer Besserung geführt war aber nicht komplett überzeugend. Außerdem konnte ich damit Exposé nicht mehr auf die vierte Maustaste legen und die Vollversion kostet $20. SteerMouse bietet übrigens noch einige weitere nützliche Einstellungen.

Weiteres zur Hardware

Hier fasse ich noch ein paar aus meiner Sicht erwähnenswerte Dinge zur Hardware des MBPs zusammen, für die sich kein eigener Abschnitt lohnt.

Sehr positiv finde ich die Lautstärke. Im Normalbetrieb ist das Notebook praktisch nicht zu hören. Unter Volllast dreht der Lüfter dann zwar doch ordentlich auf, aber von mir nicht zu laut empfunden.

Die Temperaturentwicklung ist im Normalbetrieb auch ertragbar. Nur unter Volllast wird das Macbook an einigen Stellen doch fast schon richtig heiß. Vielleicht auch nicht unbedingt verwunderlich, da das Alu-Gehäuse die Wärme gut ableitet.

Größe und Akkulaufzeit sind für ein Laptop mit dieser Leistung natürlich auch Spitze! Ich habe die Laufzeit jetzt nicht genau gemessen, meine aber bei Volllast (!) auf ca. 2 Stunden gekommen zu sein. Bei normaler Nutzung also dem entsprechend noch länger. Diese Werte stammen allerdings bei der Benutzung der Geforce 9400M. Es ist auch eine Geforce 9600M verbaut, die zieht dann mehr Strom, bringt aber auch deutlich mehr 3D-Leistung. Bei der 9400M handelt es sich nämlich um eine Chipsatzgrafik und bei der 9600M um eine richtige, dedizierte Grafikkarte.

Erwähnen könnte man noch, dass die verbauten Lautsprecher für ein Laptop recht gute Soundqualität bieten (eine gute Stereoanlage ersetzen sie natürlich trotzdem nicht) und auch eine ganz gute Maximallautstärke bieten.